
Die Aktien des oberösterreichischen Spezialmotorenbauers Steyr Motors profitieren vom internationalen Wettrüsten und legen einen weiteren Kurssprung hin.
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„Zocker treiben mit ein paar Aktien den Kurs auf ein Fantasieniveau", so Florian Beckermann, Vorstand des Interessensverbands für Anleger zum sprunghaften Anstieg der Steyr-Motors-Aktien. Die Titel von Steyr Motors gewannen am Montag im Wiener Frühhandel 100 Prozent auf 180 Euro je Stück. Bereits am Freitag waren die Anteile im direct market plus Segment um 76,5 Prozent nach oben gesprungen. „Selbst die besten Fundamentaldaten können das kaum rechtfertigen. Zur Dramaprävention sei Anlegern höchste Vorsicht empfohlen“, so Beckermann.
Am Freitag machte Steyr Motors einen langfristigen Rahmenauftrag in Brasilien öffentlich. Der Auftragsbestand des Konzerns bis 2027 steige damit auf fast 200 Millionen Euro. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Steyr, Oberösterreich, ist seit Ende Oktober auch an der Frankfurter Börse gelistet. Die Marktkapitalisierung von damals 73 Milllionen Euro ist inzwischen auf über 90 Millionen Euro gestiegen.
Bereits einige Tage zuvor hatte Steyr Motors einen Rahmenvertrag mit dem deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall angekündigt. Der Auftragsbestand bis 2027 setze sich aus „Festaufträgen, Rahmenaufträgen und unverbindlichen, jedoch konkreten“ zusammen. Darüber stünden weitere Verträge „unmittelbar vor der Unterschrift“. Diese würden den Auftragsbestand von Steyr Motors für die Zeit nach 2027 um zusätzlich 150 Mio. Euro erhöhen.
Die Steyr Motors AG hat im Geschäftsjahr 2024 einen Konzern-Umsatz von knapp 42 Millionen Euro erzielt, was einem Zuwachs um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Ebit verbesserte sich gegenüber einem Minus von knapp sechs Millionen in 2023 6,4 Millionen Euro, was einer Ebit-Marge von 15,4 Prozent entspricht. Wesentlich zum Wachstum beigetragen hat demnach die robuste Nachfrage nach Hochleistungsaggregaten im zivilen Bereich und insbesondere im Defense-Sektor. Dank der sprunghaft gestiegenen Nachfrage im Verteidigungsbereich geht das Unternehmen nun für das laufende Jahr von einem Umsatzwachstum von 40 Prozent aus.