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Tesla auf Crashkurs

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Steht der Rückzug von Musk an der Spitze von Tesla bevor?

©Vincent Alban / REUTERS / picturedesk.com
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Die Aktie des E-Auto-Pioniers und Tech-Milliardärs Elon Musk ist ein Spielball für Spekulanten. Investoren fordern Musks Rückzug als CEO. Laut Medienberichten scheint Musk auch als Berater des US-Präsidenten zu wackeln. 

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Elon Musk versucht sein Lebenswerk zu retten. In einer Mitarbeiterversammlung, die via X, vormals Twitter, übertragen wurde, sprach er laut CNBC von einem Armageddon. Teslas Marktwert ist seit Jahresbeginn um mehr als 700 Milliarden Dollar eingebrochen, was auch Musks Nettovermögen um mehr als 122 Milliarden Dollar schmälerte. Der Bericht des Magazins „Politico“, dass sich Musk als Trump-Berater und dem Department of Gouvernement Efficiency DOGE zurückzieht, hat der Aktie zunächst wieder Auftrieb gegeben. Doch der ist wieder verpufft. An der Wall Street werden aus den Reihen der Investoren bereits Rufe nach Musks Rücktritt laut.

„Tesla hatte einen sehr hohen Markenwert, und Elon hat es geschafft, ihn völlig zu zerstören“, zitierte die Financial Times Per Lekander, den geschäftsführenden Gesellschafter des 1,5-Milliarden-Dollar-Hedgefonds Clean Energy Transition. JPMorgan senkte letzte Woche sein Tesla-Kursziel deutlich und schrieb in einer Mitteilung: „Wir können uns in der Geschichte der Automobilindustrie kaum etwas Vergleichbares vorstellen, wo eine Marke so schnell so viel Wert verloren hat.“

An dem Wertverlust verdienten jedoch Shortseller, die auf fallende Kurse bei Tesla gesetzt hatten. Innerhalb von nur drei Monaten haben Hedgefonds-Leerverkäufer mit Wetten gegen den US-Autokonzern Tesla rund 16,2 Milliarden US-Dollar verdient. Die erwarteten starken Ausschläge bei der Tesla-Aktie in den kommenden Wochen werden diesen Trend fortsetzen.

Schlechte Zahlen

Auch die Zahlen sprechen gegen den E-Autopionier. Tesla hat im ersten Quartal mit 331.000 so wenig Autos verkauft wie zuletzt vor drei Jahren. Um fast 13 Prozent sind die weltweiten Absätze im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Noch drastischer sind jedoch die Zahlen in einzelnen Ländern. In Deutschland beispielsweise. Für Februar meldete das Kraftfahrt-Bundesamt 76 Prozent weniger neu zugelassene Teslas. Ähnlich war die Entwicklung in der EU. Tesla verweist zwar auf eine geringere Produktion, weil der Autobauer auf sein neues Modell Y umstellt.

Doch die sinkenden Verkaufszahlen und der fallende Aktienkurs wird auf Musks politisches Engagement als Trump-Berater zurückgeführt. Ein deutliches Signal dazu kommt aus Skandinavien: Der schwedische Versicherungsriese Folksam hat laut Reuters sein gesamtes Tesla-Investment im Wert von rund 160 Millionen US-Dollar verkauft – ein klassischer Fall von Divestment mit Ansage. Der Grund: Teslas Umgang mit Gewerkschaften und Tarifverträgen und Musks Kündigungsaktionen bei US-Behörden widerspreche den Investmentkriterien des Konzerns.

In einigen Fällen machten Musk-Kritiker ihrem Ärger auch mit Vandalismus Luft. In den USA und Europa wurden Teslas in Brand gesetzt, Autohäuser und Ladestationen angegriffen. Erst vergangenes Wochenende gab es weltweit Protestaktionen an Tesla-Standorten. Das Motto der Protestaktionen lautet „Tesla Takedown“. Das gilt wohl auch für den Aktienkurs.

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