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Und dank einer Kooperation mit OpenAI sitzt Microsoft auch beim Trendthema künstliche Intelligenz in der ersten Reihe. Zum 50. Gründungstag des Unternehmens gibt es also viel zu feiern. Doch die Geschichte von Microsoft ist auch durch einige Rückschläge geprägt.
Beim Aufstieg von einer winzigen Garagenfirma zum globalen Tech-Giganten half den Microsoft-Gründern Bill Gates und Paul Allen ein riesiger Bluff. Nachdem die ersten Jahre nach der Firmengründung am 4. April 1975 wenig spektakulär verlaufen waren, bot sich den beiden Freunden im Frühsommer 1980 die Riesenchance zum Durchbruch. Damals klopfte der Computerriese IBM an, der ein Betriebssystem für seinen ersten PC brauchte.
IBM wollte damals schnell in den PC-Markt einsteigen, denn kleinere Firmen wie Apple oder Commodore waren ihnen plötzlich gefährlich geworden. Microsoft eilte zu diesem Zeitpunkt der Ruf einer kleinen, aber talentierten Softwarefirma voraus, die sich mit Programmiersprachen auskannte. IBM suchte nun ein Betriebssystem. Gates sagte schnell die Lieferung zu. Es gab nur ein Problem: Microsoft hatte noch gar keins. Statt selbst eins zu schreiben, kauften Gates und Allen ein vorhandenes System namens QDOS (Quick and Dirty Operating System) für etwa 50.000 Dollar – und lizenzierten es als PC-DOS an IBM.
Der geniale Clou: Microsoft behielt die Rechte und durfte das System als MS-DOS auch an andere verkaufen. Mit diesem Vertrag hätten Gates und Allen "eine historische Chance wahrgenommen", sagt Michael Mikolajczak, Kurator am größten Computer-Museum Deutschlands HNF in Paderborn. "Dieser Deal bestand nicht nur darin, dem großen IBM-Konzern beim Einstieg auf den PC-Markt unter die Arme zu greifen."
Gates habe damals darauf bestanden, dass die Rechte bei Microsoft blieben und die Software ständig weiterentwickelt und auch für andere Hersteller verwendet werden durfte. "Bill Gates hat bereits damals vorhergesagt, dass künftig auf allen Schreibtischen und in jedem Haushalt ein PC stehen wird. Rückschauend kann man sagen, er hat recht gehabt."
HANOVER - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/RONNY HARTMANN