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Im Vergleich zum Jahresende 2018 - als mit 5,7 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Höchststand erreicht wurde - sind es nun um 172.000 oder 3,0 Prozent weniger. Dennoch bleibt im Zehnjahresvergleich ein Plus: Zuletzt arbeiteten in der deutschen Industrie 185.000 oder 3,5 Prozent Beschäftigte mehr als 2014.
Das deutsche gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sieht in der Entwicklung "ein klares Zeichen einer Deindustrialisierung", wie dessen wissenschaftlicher Direktor Sebastian Dullien sagte. Die deutsche Industrie stehe durch geopolitische Verschiebungen unter Druck. "Sowohl China als auch die USA wollen ihre eigene Industrie stärken", sagte Dullien. So könnte US-Präsident Donald Trump noch am Mittwoch hohe Zölle auf Importe auch aus Deutschland verkünden. Getroffen werden dürften davon vor allem die Auto- und Maschinenbauer. "Zwei Branchen, die ohnehin derzeit kriseln", warnte Dullien.
Besonders stark sank die Beschäftigung Ende 2024 im Vergleich mit dem Vorjahr bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen mit minus 3,6 Prozent, so das deutsche Statistikamt. Deutliche Rückgänge gab es auch bei den Herstellern von Metallerzeugnissen (-2,9 Prozent), in der Kunststoff- sowie in der Autoindustrie (jeweils -2,4 Prozent).
In der Branche mit der höchsten Beschäftigtenzahl, dem Maschinenbau, entsprach der Rückgang mit minus 1,2 Prozent dem Durchschnitt. Einen eher geringen Stellenabbau verzeichneten die chemische Industrie und die Metallerzeugung und -bearbeitung (jeweils -0,7 Prozent) sowie die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-0,4 Prozent). Die Nahrungsmittelindustrie meldete sogar einen Anstieg von 1,8 Prozent.