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Europas Börsen nach US-Zollankündigungen klar tiefer

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Massive Einbußen an den europäischen Börsen
©APA/APA/AFP/THIBAUD MORITZ
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Die europäischen Börsen haben den Handel am Donnerstag mit massiven Verlusten beendet. Die am Vorabend angekündigten US-Einfuhrzölle schickten den Euro-Stoxx-50 mit minus 3,59 Prozent auf Talfahrt. Er schloss bei 5.113,28 Einheiten.

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Bei den Länderindizes wurden ebenfalls klare Abgaben verzeichnet. Der Frankfurter DAX rasselte um 3,01 Prozent auf 21.717,39 Punkte ab. Der CAC-40 sackte um 3,31 Prozent auf 7.598,98 Zähler ab. Der Londoner FTSE-100 ging mit minus 1,55 Prozent auf Tauchstation und sank somit auf 8.474,74 Punkte.

Der US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwochabend Zölle von pauschal 10 Prozent auf alle US-Importe angekündigt. Auf Länder, die große Handelsüberschüsse mit den USA erzielen, sollen noch höhere Einfuhrsteuern erhoben werden. So gab Trump etwa Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der EU und zusätzliche 34 Prozent auf Importe aus China bekannt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Berichtstag nun an, die Antwort auf die neuen US-Einfuhrschranken werde massiver ausfallen als frühere Gegenmaßnahmen, die etwa nach den US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte beschlossen wurden. Europa müsse seine Reaktion von Industriezweig zu Industriezweig abstimmen.

Äußerst empfindlich auf die Zollankündigungen und dem laut Marktbeobachter im vollen Gange befindlichen Handelskrieg reagierten Bankentitel. Die europäischen Geldhäuser hatten in den vergangenen Jahren von den höheren Zinsen in der Eurozone profitiert. Der Euro-Stoxx-Banks sackte um satte fünf Prozent ab.

Starke Verluste verzeichneten allerdings auch Aktien von Technologieunternehmen, Automobilherstellern und ihren Zulieferern sowie Industriewerte. Auch hier befanden sich die jeweiligen Subindizes mit Verlusten von über vier Prozent im Minusbereich.

Öltitel kamen ebenfalls unter die Räder, denn die Ölpreise wurden einerseits von den Sorgen einer zurückgehenden Nachfrage belastet. Andererseits kam hinzu, dass die Staaten der OPEC+ sich darauf einigten, die Fördermenge erneut auszuweiten.

Bei den Einzelwerten fielen starke Abgaben von adidas auf. Der Sportartikelhersteller erzeugt einen Großteil seiner Produkte in Ländern, die von den Importzöllen stark betroffen sind. Die Papiere sackten um 11,7 Prozent ab. Puma ebenso: Hier belief sich das Minus auf 11,2 Prozent.

Ungleich besser hielten sich defensive Branchen, die nicht oder nur bedingt von den US-Zöllen betroffen sind. Gefragt waren Nahrungsmittelwerte. Der Euro-Stoxx-Immobilienindex stieg um 2,8 Prozent.

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