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EZB: Villeroy sieht noch Spielraum für Zinssenkungen

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Zinssenkungen bis auf 2 Prozent im Laufe des Sommers für französischen Notenbankchef realistisch
©APA/APA (AFP)/KIRILL KUDRYAVTSEV
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Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hält weitere Zinssenkungen der EZB bis auf ein Niveau von rund 2 Prozent im Laufe des Sommers für möglich. Er verwies mit Blick darauf in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "FAZ" auf derzeit kursierende Markterwartungen. Diese bildeten "ein mögliches Szenario" ab. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der Sommer bis September dauere.

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Der geldpolitische Lockerungszyklus der Europäischen Zentralbank (EZB) sei weder abgeschlossen noch laufe er automatisch ab. Die von den USA betriebene Zollpolitik dürfte im Euroraum keinen signifikanten inflationären Effekt haben. Daher sei er der Ansicht, dass noch Spielraum für weitere Lockerungen bestehe, sagte Villeroy. Tempo und Ausmaß seien jedoch offen, betonte das EZB-Ratsmitglied.

Es gelte, mit "agilem Pragmatismus" vorzugehen. Dies bedeute, geldpolitische Entscheidungen auf Basis aktueller und prognostizierter Daten zu treffen und nicht zu zögern, flexibel zu handeln. Die EZB hatte ihren Leitzins zuletzt Anfang des Monats um einen Viertelprozentpunkt gesenkt. Der Einlagensatz liegt seither bei 2,50 Prozent. Für den am 17. April anstehenden Zinsentscheid taxieren die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Senkung mittlerweile auf nahezu 70 Prozent.

Villeroy betonte, die Notenbank müsse ein breites Spektrum von Daten, aber auch geopolitische Risiken im Auge halten: "Wir leben in einer extrem unsicheren Welt und müssen alle Faktoren ganzheitlich betrachten." Auch die Finanzierungsbedingungen, einschließlich der Wechselkurse und langfristiger Zinsen, gelte es zu berücksichtigen. Im Euroraum zeichne sich ein deutlicher Trend hin zu zurückgehenden Teuerungsraten ab. Villeroy verwies darauf, dass die EZB mit der jüngsten Inflationsrate von 2,3 Prozent ihrem Ziel von 2 Prozent schon näher gekommen sei.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA (AFP)/KIRILL KUDRYAVTSEV

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