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"Da wir auf neutralem Niveau sind und die Inflation sich dem Zielwert nähert, gibt es keinen Grund für eine akkommodierende Geldpolitik." Damit sind Maßnahmen gemeint, die die Wirtschaft anheizen. Leitzinsen gelten als neutral, wenn sie die Wirtschaft weder bremsen noch anschieben.
Holzmann, der auf der März-Zinssitzung als einziger die Entscheidung zur Zinssenkung nicht mitgetragen hatte, mahnte zur Vorsicht: Die Wirtschaft müsse nicht stimuliert werden. Der nächste Zinsentscheid der EZB ist am 17. April. Am Finanzmarkt wird die Wahrscheinlichkeit derzeit auf um die 80 Prozent taxiert, dass die Euro-Notenbank dann den Leitzins um weitere 0,25 Prozentpunkte senken wird. Es wäre der siebente Schritt nach unten, seit die EZB im Juni 2024 auf einen Zinssenkungskurs umgeschwenkt war. Der Einlagensatz, der Leitzins im Euroraum, würde dadurch auf 2,25 Prozent sinken.
Holzmann äußerte sich zudem positiv zu den jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone. Diesen zufolge sank die Teuerungsrate in der 20-Länder-Gemeinschaft im März auf 2,2 Prozent von 2,3 Prozent im Februar. Auch die Inflation im Dienstleistungssektor, die zuletzt bei der EZB besonders im Blickpunkt stand, schwächte sich im März ab. Die EZB strebt 2,0 Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft im Euroraum an, was nun nicht mehr weit entfernt liegt.