
von
"Auch wenn Arzneimittel zum jetzigen Zeitpunkt von den allgemeinen Strafzöllen ausgenommen sind, gilt dies nicht automatisch auch für Vorleistungsgüter und den transatlantischen Handel", warnte der deutsche Verband der forschenden Pharmaunternehmen. "Zudem bleibt offen, ob Pharmazeutika möglicherweise später doch noch mit sektoralen Zöllen belegt werden könnten. Zölle auf Arzneimittel hätten erhebliche Folgen für die Patientenversorgung und den Wirtschaftsstandort."
Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zeigte sich besorgt: "Zölle verteuern die Einfuhren in den US-Markt und führen zugleich vermutlich zu Kostensteigerungen im US-Gesundheitssystem – eine Lose-Lose-Situation, in der am Ende die Patienten die Verlierer wären", sagte BPI-Chef Oliver Kirst.
Trump hatte am Mittwoch beispiellose Zollerhöhungen auf alle Importe der USA erlassen. Vom 5. April an soll ein Basiszoll von zehn Prozent auf alle Einfuhren gelten. Zudem kündigte Trump höhere Zölle auf einige der größten Handelspartner an, die am 9. April wirksam werden sollen. Für die EU sollen Zölle von 20 Prozent greifen.
Einige Waren sind von den Maßnahmen ausgenommen, darunter Pharmazeutika, Kupfer, Halbleiter, Holzprodukte, Gold, Energie und "bestimmte Mineralien, die in den USA nicht verfügbar sind", heißt es in einer Veröffentlichung des US-Präsidialamtes. Ob die Ausnahme für Arzneimittel dauerhaft gilt, ist keineswegs sicher.
Die USA sind der weltweit größte Pharmamarkt und ein zentraler Handelspartner für Deutschland. 2023 gingen Arzneimittel im Wert von 26 Milliarden Euro – und damit ein Viertel der Branchenexporte – in die USA. Gleichzeitig sind die Vereinigten Staaten das wichtigste Zuliefererland für die Branche: Etwa zwölf Prozent der für die Medikamentenherstellung in Deutschland benötigten Vorprodukte stammen von dort.
DRESDEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa-Zentralbild/Matthias Hiekel