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Bei Dienstleistungen lagen die USA im internationalen Handel jedoch im Plus: Im Februar waren es 24,33 Mrd. Dollar. Trump sieht jedoch das Handelsbilanzdefizit als Beleg dafür, dass andere Länder die USA über den Tisch ziehen. Der seit 20. Jänner amtierende US-Präsident hatte zunächst Mexiko, Kanada und China mit Strafzöllen überzogen. Diese reagierten ihrerseits mit Handelshürden für US-Waren. Trump ließ nun in einem Rundumschlag weitere Sonderzölle gegen eine Vielzahl von Ländern rund um den Globus folgen, womit ein weltweiter Handelskrieg heraufzieht.
Experten befürchten, dass durch die Zölle auch die Inflation in den USA angeheizt wird, da sich importierte Güter wie etwa Autos oder auch Sportschuhe verteuern dürften. "Die Sorge ist groß, dass Trumps protektionistische Handelspolitik das weltweite Wirtschaftswachstum gefährdet - einschließlich der USA selbst", erläuterte Analyst Maximilian Wienke von der Handels- und Investmentplattform eToro. Höhere Zölle könnten die Inflation anheizen und Unternehmensgewinne belasten.
Angesichts dieser Aussichten hat die US-Notenbankerin Adriana Kugler für eine Zinspause plädiert. Neben den gestiegenen Inflationserwartungen verwies die Fed-Direktorin auf "Aufwärtsrisiken" für die Inflation, die auch von der Zollpolitik ausgingen. Wegen des anhaltenden Wirtschaftswachstums und einer stabilen Beschäftigung will sie dafür eintreten, den Leitzins in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent zu belassen, "solange diese Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen bleiben". Die Fed entscheidet am 7. Mai wieder über den geldpolitischen Schlüsselsatz. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass sich die US-Notenbank wahrscheinlich noch bis Juni Zeit lässt, um eine erste Zinssenkung im laufenden Jahr anzugehen.