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Auf Einfuhren aus den Ländern der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen. Es ist der bisher aggressivste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Verbraucher in den USA müssen sich auf deutliche Preissteigerungen einstellen. Auch die Menschen in Österreich, Europa und anderen Teilen der Welt werden die Folgen zu spüren bekommen.
Österreichs Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) berät heute Mittag mit IV-Präsident Georg Knill und Vertretern der Exportwirtschaft sowie Wirtschaftsexperten über die Folgen der neuen US-Zölle. Am kommenden Montag befasst sich ein außerordentlicher EU-Handelsministerrat in Luxemburg mit dem Thema.
Als unmittelbare Folge von Trumps Ankündigung sackten am Morgen die Aktienkurse in Japan ab, der Goldpreis stieg auf ein Rekordhoch und der Euro legte zum Dollar weiter zu.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die Universalzölle gegen die ganze Welt seien ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft, und es seien immense Folgen zu erwarten. "Millionen von Menschen werden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport. Die Inflation wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den wirtschaftlich schwächsten Bürgern", sagte sie am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan.
Nach Trumps Zollankündigung bereitet die EU eine Antwort vor, will aber gesprächsbereit bleiben. "Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", führte von der Leyen aus. Man werde auch genau beobachten, welche indirekten Auswirkungen die Zölle haben könnten. Es sei noch nicht zu spät für Verhandlungen. Von der Leyen appellierte an die US-Seite, sich auf Gespräche einzulassen. Ziel müsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen und nicht, sie zu erhöhen.
China lehnt die zusätzlichen US-Zölle entschieden ab, wie das Handelsministerium in Peking mitteilte. Es handle sich um eine "typisch einseitige Art der Schikane". Das Ministerium forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen. Die Volksrepublik werde entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen.
Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt, worauf Peking mit eigenen Maßnahmen reagierte. Nun treffen die Volksrepublik zusätzlich Aufschläge von 34 Prozent, was die Zollbelastung für viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als 50 Prozent steigen lässt.
WASHINGTON - USA: FOTO: APA/APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI