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St. Patrick's Day: Irland kann auch seine Wirtschaft feiern

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©Robert F. Bukaty / AP / picturedesk.com
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Wirtschaftswachstum bei rund drei Prozent, satter Budgetüberschuss: Der „keltische Tiger" brüllt wieder. Doch die starke Verbindung mit den USA könnte auch zum Bumerang werden.

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Am 17. März, dem St. Patrick's Day, können die Iren dieses Jahr nicht nur ihren Nationalfeiertag begehen, sondern sich über eine prosperierende Wirtschaft freuen. Nicht nur für Investoren, auch für Briten ist die „grüne Insel“ derzeit besonders attraktiv.

23.456 Briten mit irischen Vorfahren haben 2024 die irische Staatsbürgerschaft beantragt, berichtete die „Financial Times“ jüngst – ein Rekordwert der Post-Brexit-Jahre. Im gebeutelten Großbritannien stuft man die ökonomischen Chancen im kleinen Nachbarland offenkundig besser ein.

Die aktuellen volkswirtschaftlichen und fiskalischen Kennzahlen sind beeindruckend. Zwischen drei und vier Prozent soll die irische Wirtschaft 2025 wachsen, für rezessionsgeplagte Mitteleuropäer ein fantastischer Wert. Das Budgetplus betrug 2024 rund sieben Prozent (!) des Bruttoinlandsprodukts. Viele fühlen sich an den „keltischen Tiger“ erinnert, jene Boomphase ab Anfang der 1990er, der die Finanzkrise ab 2008 ein jähes Ende setzte.

Der satte Budgetüberschuss zeigt aber auch eine strukturelle Schwäche. Er ist durch eine Steuernachzahlung des US-Riesen Apple in Höhe von 13 Milliarden Euro aus den Jahren 2004 bis 2014 zustande gekommen. Die hohe Abhängigkeit von den US-Digitalriesen, die aus steuerlichen Grünen die Irland als Headquarter für ihre europäischen Aktivitäten gewählt haben, ist evident. Auch die Niederlassungen von US-Pharmakonzernen wie Pfizer und Eli Lilly sind kräftige Steuerzahler.

Laut „Financial Times" hat Irland von allen Ländern der Welt pro Kopf den höchsten Handelsüberschuss mit den USA. Das macht das Land in Zeiten von Zollkriegen verwundbar.Sollten die Digitalriesen aus handelspolitischen Gründen – etwa zur Abwehr der US-Zölle – von der EU stärker eingeschränkt werden, könnte die Stärke schnell zu einer Schwäche werden. Daher soll die irische Wirtschaft stärker diversifiziert und insbesondere der KMU-Sektor gestärkt werden, sagt die frühere irische EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness zum „trend".

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