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Essenszustelldienst Lieferando entlässt mehr als 600 Mitarbeitende

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©Daniel Scharinger / Pressefoto Scharinger / picturedesk.com
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Unternehmen stellt von Anstellungen auf freie Dienstverträge um. Im Netz sorgt das für Empörung - und Häme.

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Nachdem monatelang um einen KV für Fahrradboten gekämpft worden ist, wird dieser nun zur Makulatur. Denn Lieferando - neben Foodora der Platzhirsch im einspurigen Essenszustellgeschäft - kündigt hunderte Fahrerinnen und Fahrer und stellt die Logistik auf freie Dienstverträge um, bestätigte das Unternehmen auf APA-Anfrage einen „Standard“-Bericht. Österreichweit sind insgesamt etwa 2.000 von 5.000 sogenannten Ridern angestellt unterwegs, der Rest als freie Dienstnehmer.

„Das Logistikmodell von Lieferando Österreich wird an den österreichischen Branchenstandard angeglichen“, so Lieferando-Sprecherin Katrin Wala am Dienstag auf Anfrage der APA. Dies erfolge nach einer „sorgfältigen Evaluierung“. „Künftig werden wir daher mit freien Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern zusammenarbeiten.“

Anders als Foodora und Wolt stellte Lieferando seine Boten in Österreich bisher meist an. Weiterhin wolle man den Fahrerinnen und Fahrern faire und attraktive Rahmenbedingungen gewähren, so Lieferando. Der Kollektivvertrag war umstritten und zählt nicht zu den lukrativen in Österreich. Trotzdem bietet er bezahlten Urlaub, Weihnachtsgeld, Zuschläge für Sonntagsarbeit und Entlohnung auch im Krankheitsfall.

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600 Kündigungen

Laut „Standard“ geht es unter Berufung auf den Betriebsrat um 966 betroffene Arbeitnehmende. Lieferando teilte auf Anfrage mit: „Aktuell besteht unsere Lieferflotte aus rund 850 Fahrerinnen und Fahrern. Mit der Beendigung unseres Angestellten-Modells werden wir, unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten, rund 600 Fahrerinnen und Fahrer entlassen müssen“, so Wala. „Betroffen sind außerdem weitere rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unseren Standorten in Wien und den Bundesländern.“

Einen Rückzug aus Österreich bedeutet der neueste Schritt laut Lieferando nicht. „Wir investieren weiter in den österreichischen Markt.“ Allerdings nicht mehr in Fahrer, die dem Kollektivvertrag unterliegen. Es gehe um die Wettbewerbsbedingungen. Man habe über Jahre versucht, Benchmarks für die Branche zu setzen, doch kein Mitbewerber sei diesen gefolgt. Das habe zu wesentlichen Wettbewerbsnachteilen geführt.

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